Liberale Nachrichten
18.05.2012
Deutsche Beteiligung die richtige Entscheidung
18.05.2012
Keine Nachverhandlungen zum Hilfspaket
15.05.2012
Brüderle: Inflation ist eine soziale Sauerei
15.05.2012
Netzpolitik ist... Rechtspolitik
14.05.2012
Thomae: Kultur des Respekts statt Freibier-Mentalität

FDP - Stark vor Ort.
Programm der FDP Eschweiler
2009 - 2014
Präambel
Eschweiler ist unsere Heimat – und darauf sind wir stolz.
„FDP - Stark vor Ort“ ist unser Bekenntnis zu unserer Stadt, geprägt von unserem Willen, diese Stadt weiter zu entwickeln und zu stärken, um auch unseren Kindern ein Stück liebens- und lebenswerte Heimat zu übergeben.
Die FDP hat Visionen für Eschweiler entwickelt, diese Visionen stellen die Bausteine des nachstehenden Wahlprogramms dar:
- Eschweiler ist ein städtisches Mittelzentrum in der Euregio, zentral gelegen und verkehrsgünstig angeschlossen.
- Gut erschlossene Gewerbegebiete und eine abwechslungsreiche Natur und Landschaft sorgen für die optimale Infrastruktur, um Gewerbe und Industrie anzusiedeln.
- Eschweiler soll auch attraktiv für Bürger der umliegenden Städte und Gemeinden werden, damit auch neu in die Gegend Ziehende die Stadt als Wohnort wählen.
- Eschweiler muss seinen Bürgern Arbeit, Zukunft und Freizeitangebote bieten, hieran wollen wir für Sie im Rat der Stadt Eschweiler arbeiten, dafür bitten wir Sie um Ihre Stimme.
Wirtschaft
Traditionell ist die FDP die Partei in Deutschland, die sich für den Mittelstand und Gewerbetreibende einsetzt. Der Mittelstand ist das Herz der sozialen Marktwirtschaft, Wirtschaft muss vor Ort funktionieren, Mittelstand und Gewerbetreibende schaffen und sichern Arbeitsplätze und Wohlstand. Gerade dieses brauchen wir für die Zukunft unserer Stadt.
Keine kommunalen Steuererhöhungen in den Jahren 2009 - 2014. Hierfür wird sich die FDP einsetzen. Unser Ziel bleibt es weiterhin, Steuer- und Abgabenbelastungen für die Bürger sowie Gewerbesteuerabgaben für die hiesigen Unternehmen zu senken. Jedes Unternehmen in Eschweiler muss sich auf Planungssicherheit einstellen können, hierzu gehört auch Verlässlichkeit bei kommunalen Steuern und Abgaben.
Ausreichende Bevorratung von Gewerbeflächen: wer Unternehmen ansiedeln will und Unternehmen halten will, muss eine pro-aktive Politik gestalten – hierfür steht die FDP.
Wirtschaftsförderung für bestehende Unternehmen: wir wollen unsere Unternehmen behalten, fördern und pflegen. Das heißt, dass Eschweilers Wirtschaftsförderung eine gute Kommunikation zu bestehenden Unternehmen pflegt, deren Probleme kennt und versucht zu helfen. Das heißt aber auch, dass Eschweiler als Mittelzentrum mit und für die Unternehmen wirbt, um so attraktiver für Neuansiedlungen zu werden, wie auch die ansässigen Unternehmen attraktiv nach außen darstellt.
Wirtschaftspolitik heißt auch zu seinen Unternehmen zu stehen. Wo immer im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, sollten Eschweiler Unternehmen von der Stadt bei Aufträgen gepflegt werden. Übrigens, die FDP-Anzeigen, unsere Drucksachen und Kandidatenfotos werden von Eschweiler Unternehmen produziert!
Stadtplanung
Wirtschaft und Handel müssen erreichbar sein und bleiben – die FDP fordert deshalb den vernünftigen Ausbau der Straßen fortzuführen, zeitgemäße Beleuchtungskonzepte in den Straßen umzusetzen und Auto, Fahrrad und Fußgängern den gleichen Stellenwert bei Investitionen in Neubau, Ergänzung und Reparatur einzuräumen.
Kein Rückbau der B 264 zu einer schmaleren Kreisstrasse. Die B 264 ist die Schlagader der Stadt Eschweiler. Sie führt den Verkehr von Merzbrück kommend über Röhe in die Stadt, als Indestrasse führt sie durch das Zentrum, um dann weiter nach Weisweiler zu führen. Die B 264 ist Notwendigkeit und Fluch zugleich für unsere Stadt. Ohne diese Strasse führen wir keinen Verkehr in die Innenstadt, um dem Einzelhandel der Stadt Besucher zuzuführen.
Statt über den Rückbau der Indestrasse zu fabulieren, ist es notwendig, allen Verkehrsteilnehmern über eine neue Verkehrssteuerung, optimale Verkehrsverhältnisse zu verschaffen. Die Mehrheit der Eschweiler Bürger wünscht keinen solchen Rückbau, dieser Geldverschwendung gehört ein Riegel vorgeschoben.
Der anstehende Umbau des Aachener Kreuzes sowie der immer wieder zu beobachtende Ausweichverkehr zur A 4 lassen keinen Rückbau zu.
Allerdings spricht sich die FDP nachdrücklich gegen Bestrebungen aus, die Infrastruktur unserer Stadt für nicht dringend erforderliche Verkehrsmaßnahmen anderer Städte zur Verfügung zu stellen.
Ein Anschluss des Camp Astrid an die Eschweiler Stadtstraßen ist nicht notwendig, wir fordern den zügigen Fortgang des 2. und 3. Ausbauabschnitts der L 238 über den Hohen Stein bis Stolberg. Dieses gewährt den schnellen Autobahnanschluss besser und effektiver als jede andere derzeit bekannte alternative Planung.
Zur besseren Erschließung und Verbindung der Innenstadtbereiche Fußgängerzone und Marktviertel fordert die FDP einen Architektenwettbewerb, um ein innovatives, zukunftsfähiges Innenstadtkonzept zu erhalten. Dem Bürger ist die Idee einer verengten Indestrasse oder ihrer Verlegung derzeit nicht verständlich oder plausibel. Ein solcher Wettbewerb muss auch die Integration des neuen Einkaufsbereiches am Langwahn mit einschließen.
Ein besonderes Augenmerk muss dem Marktviertel und dem Citycenter gelten. Das Citycenter muss aktiviert werden, hier soll jedoch die Stadt nur Rahmenbedingungen schaffen, um dem Mittelstand und/oder Filialisten eigene Möglichkeiten zu geben.
Das Marktviertel als traditionelles Freizeitzentrum Eschweilers muss aktiviert werden. Die Schnellengasse ist über Eschweiler hinaus bekannt, dieses Potential wiederzubeleben muss Ziel eines solchen Konzeptes sein.
Die positive Entwicklung der Uferstraße mit dem Publikumsmagneten Gastronomie und Ihren Events vor den bestehenden Lokalen fordert geradezu die promenadenmäßige Erschließung des Indeufers unter dem Motto "Leben am Fluss", um beiden Bereichen der Stadt gleiche Voraussetzungen zur Entwicklung geeigneter Erfolgskonzepte zu geben.
Die FDP fordert endlich die Tunnelröhre „Sticher Berg“ voranzutreiben. Der Rat der Stadt Eschweiler wird aufgefordert, entsprechende Mittel in den Haushalt einzustellen, um die Deutsche Bahn zum Handeln zu zwingen.
Die Schließung des Überganges „Jägerspfad“ muss solange blockiert werden, bis die Deutsche Bahn am Sticher Berg zur Beteiligung an Investitionen bereit ist. Notfalls müssen alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden.
Zumal hier dann auch die Gefahr entsteht, dass selbst die Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge im Stau stecken bleiben.
Entschärft werden müssen Gefährdungspotentiale für unsere Bürger in allen Ortsteilen, z. B. wie in Hehlrath wo Bürgersteige fehlen, oder wie in Hastenrath, wo der Platz für alle Verkehrsteilnehmer nicht reicht. In beiden Ortsteilen fehlen sinnvolle Lösungen für die bekannten Verkehrsprobleme. In all solche Planungen sind alle Bürger mit einzubeziehen, um Probleme nicht in andere Straßen oder Ortsteile zu verlagern.
Umwelt und Natur
Eschweiler ist liebenswert. Unsere Natur bildet ein wertvolles Gut im Wettbewerb mit anderen Städten. Die Inde ist der Fluss, der das Bild der Stadt prägen könnte, hieran gilt es weiter zu arbeiten. Stichworte hierfür sind die gleichbleibende Wasserqualität und die bessere Nutzung des innerstädtischen Uferbereichs.
Der Blausteinsee könnte ein Juwel für unsere Stadt werden, hier gilt es, die eingeschlagenen Wege zu begleiten und kritisch zu hinterfragen. Wir wollen keine Investitionsruinen und Abschreibungsobjekte am Blausteinsee, sondern funktionierende, mittelständische Freizeitunternehmen dort angesiedelt wissen. Die FDP wird hier einen weiteren Schwerpunkt für Eschweilers Attraktivierung der nächsten Jahre setzen. Der Blausteinsee muss für alle Eschweiler Bürger Freizeitangebote in bezahlbarem Rahmen bieten und darf sich nicht nur an begrenzte Zielgruppen wenden. Bademöglichkeiten, Gastronomie und Spielplätze gehören genauso dorthin wie Liegewiesen oder Picknickplätze. Eine tragbare Gebührensatzung und Bewirtschaftung hat für Sauberkeit und Ordnung am Platz zu sorgen.
Zu einem solchen Konzept können dann auch Hotels und oder Konferenzcentren gehören, die damit auch Werbung für Eschweiler machen werden.
Das Containerdorf sollte schnellstmöglich durch die von der FDP zusätzlich geforderten privaten Gebäude für die Vereine und Gastronomie am Absetzer ersetzt werden.
Jedes Konzept muss allerdings durch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung untermauert werden.
Pflege und Ausbau des Radwegenetzes im Rahmen der StädteRegion Aachen heißt Weiterentwicklung und Ausbau eines Fahrradwandernetzes in unserer Stadt mit Anbindung an die örtliche Gastronomie.
Das innerstädtische ÖPNV-Netz muss wo möglich und sinnvoll ergänzt werden. Hierzu gehört es auch, Randverbindungen außerhalb des ÖPNV öffentlich auszuschreiben und zu vergeben, um Ortsteile am Stadtrand wie Hastenrath oder St. Jöris oder auch den Bahnhof abends, an Wochenenden oder nachts zu versorgen. Hier sind neue Ideen und Ansätze in Zusammenhang auch mit den örtlichen Taxiunternehmen gefragt.
Das Thema Nachtbus oder Discobus und sinnvolle Ausgestaltungsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit den örtlichen Anbietern ist zu prüfen, um attraktive Angebote zu bieten.
Die Schaffung eines barrierefreien Bahnhofs sowie die Beachtung barrierefreier Erschließungen in der Stadt sind sicherzustellen.
Finanzen
Unsere Stadt ist finanziell von den Vorgängermehrheiten an den Abgrund geführt worden. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 2.707,00 € für jeden Bürger und steigt immer weiter an. Pro-Kopf-Verschuldung heißt, dass jedes Baby, jedes Kind mit diesen Schulden belastet wird. Diese Schuldenlast von über 150 Mio € ist abzubauen. Eine Rückkehr zu einer vernünftigen Finanzpolitik ist unerlässlich. Trotz allem wird sich die FDP allen Bestrebungen widersetzen, die kommunale Steuer- oder Abgabenerhöhungen fordern.
Um die Abgabenlast der Bürger zu reduzieren, sind alle Gebühren erhebenden Einrichtungen auf Effizienz zu überprüfen. Hier sehen wir noch erhebliche Finanzpotentiale.
Verbot der Schuldenaufnahme ab 2013. Die FDP wird sich dafür einsetzen, in den Jahren 2010 - 2012 zu einer vernünftigen Finanzpolitik zurückzukehren. Das bedeutet klare und schmerzhafte Einschnitte in liebgewonnene Subventionen. Jedes Jahr gibt die Stadt Eschweiler durchschnittlich 10 - 12 Mio € mehr aus als eingenommen wird, das muss beendet werden! Das ist Leben auf Kosten anderer, dieses Geld muss eines Tages auch zurückbezahlt werden!
Ein klares Personalentwicklungskonzept für städtische Angestellte, ein Personalentwicklungsplan für die kommunale Verwaltung sowie die Streichung freiwerdender Stellen, wo sinnvoll und möglich, sind unabwendbar.
Investitionen in Energieeinsparungsmaßnahmen und Kooperationen mit der Industrie müssen Hand in Hand gehen. Die eingesparten Summen können dann für einen vertraglich bestimmten Zeitraum an die privaten Investoren fließen. Eschweiler hat hier die Chance aus der Not heraus zu einem Musterbeispiel zu werden.
PPP-Projekte ( öffentlich – private Partnerschaften ) sollten in der Stadt offen geprüft und nicht aus ideologischen Gründen abgelehnt werden. Eine wertfreie Prüfung solcher Angebote kann zu deutlichen Entlastungen in der Finanzpolitik unserer Stadt führen.
Wir fordern die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, um Kosten zu reduzieren und durch gemeinsame Vergaben Einkaufsvorteile zu erzielen.
Das beliebte Spiel der SPD in der Stadt, Schattenhaushalte durch die Schaffung von städtischen Betrieben zu schaffen, muss beendet werden. Wir fordern ein klares Verbot von Neugründungen von städtischen Unternehmen.
Eschweiler kann davon profitieren, wenn die Privatisierung öffentlicher Betriebe nicht auf halbem Wege gestoppt wird sondern private Investoren eingeladen werden, sich finanziell und mit Knowhow zu beteiligen.
Schule und Bildung
Eschweiler hat ein funktionierendes Schulsystem. Alle Schulformen sind in Eschweiler vorhanden und sorgen für die gute Ausbildung der Kinder und Jugendlichen. Da nicht jeder Mensch gleich ist, muss es unterschiedliche Formen der Bildung und Ausbildung geben. Ziel muss es sein, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens maximal gefördert wird, sei es handwerklich oder geistig.
Die FDP setzt sich für die Beibehaltung unseres dreigliedrigen Schulsystems mit Haupt-, Realschulen und Gymnasien ein. Die Gesamtschule stellt eine Ergänzung dieses Systems dar. Wir wehren uns mit Nachdruck dagegen, einzelne Schultypen abzuwerten, wie es mit der Hauptschule immer wieder geschieht. Wir müssen dafür sorgen, dass Hauptschüler Ausbildungsplätze erhalten und durch eine Förderpolitik für alle Schultypen jeder Schüler eine gute und adäquate Ausbildung erhält. Hier fordern wir, dass die betreuten Ausbildungsplätze bei Low-Tec , VABW und anderen Trägern erhalten bleiben müssen.
Wichtig: Jedes dieser Schulsysteme bereitet eine andere Zielgruppe auf ein erfolgreiches Berufsleben vor. Dieses gilt es zu fordern, erhalten und fördern.
Bildung ist eine Investition in die Zukunft! Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern im Elternhaus und im Kindergarten und bereitet auf den zukünftigen Beruf vor.
Die FDP in Eschweiler fordert und unterstützt die Schaffung von genügend Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren sowie die gezielte Hilfe und Erziehungsunterstützung für junge Eltern, wo gewünscht und notwendig fortzusetzen und zu intensivieren.
Eine wesentliche Voraussetzung der Schulfähigkeit ist die Förderung der Sprachkompetenz bereits im Kindergarten. Wesentlich auch für die Integration von Migrantenkindern ist die Förderung zum Erlernen der deutschen Sprache. Wo dieses von den Eltern nicht gewährleistet werden kann, sollten entsprechende Hilfen bereitgestellt werden und zur Wahrung einer Chancengleichheit nachgehalten und wo nötig verpflichtend vorgeschrieben sein.
Der Wunsch der Eltern nach schulischer Ganztagsbetreuung sollte zügig weiter verfolgt werden. Hier sollten auch qualitativ hochwertige Bildungsangebote gewährleistet sein.
Bildung ist für uns auch musische Erziehung und sportliche Betätigung, Ernährungsbewusstsein und Lernen lernen.
Weil aber dieses alles nicht zum Nulltarif zu haben ist, werden wir weiter auf das Land einwirken, die gebundene Ganztagsform besonders für die Hauptschulen zu unterstützen.
Nur in einem vernünftigen Umfeld lässt sich gut lernen, deshalb sollte die Sanierung der Schulgebäude und die Ausstattung mit zeitgemäßen Lernmaterialien weiter gefördert werden.
Allerdings können weder die Politik noch die Schulen Verfehlungen der Erziehung ausgleichen. Die FDP wird im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt und unter Nutzung der landes- und bundespolitischen Mittel versuchen, die Ausgaben für Bildung und Ausbildung in der Stadt zu erhöhen.
Musische Bildungsangebote, die Förderung und der Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Schulen und den Sportvereinen sind Bestandteile unserer Politik in der kommenden Legislaturperiode.
Bildung ist eine Investition in die Zukunft, und die heutige Arbeitswelt verlangt lebenslanges Lernen. Unsere VHS bietet entsprechende Angebote, die gefördert werden müssen. Eine leistungsfähige Volkshochschule muss in Eschweiler unbedingt erhalten werden. Dieses führt auch zu Standortvorteilen im Wettbewerb mit anderen Städten. Die VHS bietet aber auch über andere Kurse soziale Kontaktmöglichkeiten vielfältigster Art. Auch diese Kurse sollen weiter angeboten werden, jedoch stellen wir solche Angebote unter den Vorbehalt der Bezuschussung.
Soziales und Jugend
Kindergartenplätze müssen bedarfsgerecht angeboten werden und nicht nur budgetorientiert. Die Vereinbarkeit von Kind und Beruf muss in Eschweiler möglich sein, in Zusammenarbeit mit allen Trägern und auch Privatinitiativen wollen wir hier ein Ausrufezeichen für die Attraktivität unserer Stadt für junge Familien setzen. Deshalb fordern wir die ausreichende Bereitstellung von Kindergartenplätzen für Kinder unter 3 Jahren für Eschweiler.
Beitragsbemessungsgrenzen dürfen nicht willkürlich von der Politik zur ideologisch motivierten Umverteilung genutzt werden, sondern müssen ausgewogen gestaltet werden, um eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von privaten und öffentlichen Kitas zu verhindern.
Förderung nachhaltiger Jugendarbeit in den Sportvereinen sollte Bestandteil städtischer Politik sein. Die Integration der ausländischen Jugendlichen, die zielgerichtete Jugendarbeit der Vereine und die Vielfalt unterschiedlichster Sportarten müssen Vorrang bei den Zuschüssen gerade in Zeiten knapper Geldmittel sein. Jeder Sportverein sollte für alle Nationalitäten offen sein und so zum Bestandteil einer integrativen Stadtgemeinschaft werden. Sportvereine dienen auch der Förderung und dem Erlernen sozialer Werte und dem Teamverhalten.
Das Ehrenamt in den Vereinen ist hoch zu schätzen, hilft es doch an anderer Stelle, Kosten für Sozialmaßnahmen zu senken. Dieses gilt nicht nur für Sportvereine sondern für all jene, die aktiv in der Stadt auch am Kultur- und städtischen Leben teilnehmen. Wir sind uns dessen bewusst und wollen auch in Zukunft – wo möglich und nötig - Starthilfen zur Verfügung stellen, die jedoch nicht ausschließlich finanzieller Natur sein müssen.
Ergänzt werden sollte dieses durch eine zielgerichtete Jugendarbeit der Stadt. Unsere Streetworker in Eschweiler leisten gute Arbeit. Die Unterstützung der Projekte, die gemeinsam mit ortsansässigen Jugendlichen in den Stadtteilen angestoßen werden ist unser Ziel, denn hier wird Eigenengagement gefördert und Eigeninitiative gefordert. Die Entscheidung der Stadtverwaltung die Anzahl der Streetworker auf der Straße auf nur noch eine Person zu reduzieren, ist umgehend rückgängig zu machen - auch hier wurden wieder einmal falsche Akzente gesetzt.
Die FDP unterstützt die Bestrebungen einen zeitgemäß ausgestatteten Jugendzeltplatz am Blausteinsee für Jugendliche und Vereine zu errichten.
Darüber hinaus sollte eine attraktive Stadt ausreichende kostenlose bzw. bezahlbare Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche bieten. In Zusammenarbeit mit Kirchen, Vereinen, privaten Sponsoren und städtischen Institutionen soll hier ein Entwicklungsplan erarbeitet werden.
Die Integration jugendlicher Musikbands in die Eschweiler Musikfestivals sowie die Förderung des Events auf der Kinzweiler Burg gehören in das Kulturprogramm unserer Stadt.
Senioren und Nachbarschaft
Wir wollen eine lebenswerte Stadt für alle Generationen!
Nachbarschaftshilfe geht vor Förderungspolitik. Wer aktiv Anderen hilft, soll auch als Vorbild in der Stadt benannt werden. Aus Nachbarschaftshilfe können mittelfristig auch Arbeitsplätze entstehen.
Gerade Senioren wollen noch aktiv in der Stadt leben, sie sind Bestandteil der Vielfalt unserer Stadt.
Kulturangebote, Freizeitangebote und Sport sollten sich auch an Senioren richten. Die Seniorenwoche sollte sich nach dem Erfolg dieses Jahres fest in der Stadt etablieren.
Gesundheit und Alter sind Themen der Zukunft. Unser Krankenhaus ist über die Region hinaus bekannt. Die Ansiedlung leistungsfähiger Mediziner und medizinischer Zentren bietet die Gewähr für einen sicheren und schönen Lebensabend in unserer Stadt.
Das Zusammenleben von Senioren und jungen Menschen ist zu fördern, ebenso wie alle Fragen, die sich Senioren heute im täglichen Leben und im schnellen Wandel der Technologien stellen, ist Bestandteil unserer Politik. Hier kann unsere Stadt Vorreiter in der Überwindung der Herausforderung der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft werden. Dieses sind Themen, die nicht in einer Legislaturperiode bearbeitet und gelöst werden können, aber dringend im Interesse der Zukunftsfähigkeit der Stadt und für die Stadt angegangen werden müssen. Denn dieses bietet Chancen für alle Altersgruppen in der Stadt.
Dieser Bereich hilft auch neue und zusätzliche Arbeitsplätze in unserer Stadt zu schaffen.
Migranten in Eschweiler
Integration heißt für uns Miteinander und nicht Anpassung. Hierzu bedarf es allerdings klarer Regeln und Hilfestellungen. Unter diesem Aspekt möchten wir keine übermäßige Bündelung von Migranten in einzelnen Ortsteilen oder Straßenzügen. Eine gelungene Integration bedarf auch eines gesunden Mixes.
Wir fordern, dass zusammen mit unseren ausländischen Mitbürgern in Eschweiler gemeinsam dieses Thema angegangen wird. Wir sollten uns hüten, von der Politik her vorschreiben zu wollen, welche Räte und/oder Ausschüsse Integrationspolitik gestalten und bestimmen.
Die FDP setzt sich für eine aussagefähige Befragung unserer ausländischen Mitbürger ein, um Sorgen, Wünsche aber auch Probleme und Kritikpunkte kennen zu lernen. Die Ergebnisse dieser Befragung müssen Basis der Ausländerpolitik der nächsten Legislaturperiode sein.
Zu den klaren Regeln muss es gehören, dass jeder Ausländer in Eschweiler ausreichende deutsche Sprachkenntnisse erwirbt, um am täglichen Leben teilnehmen zu können. Die Stadt bietet entsprechende Sprachkurse an und hat sicher zu stellen, dass jede Ausländerin und jeder Ausländer hiervon Kenntnis bekommt.
Ausländische Händler, Unternehmer und Handwerker sorgen für sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze in unserer Stadt, dieses gilt es genauso zu fördern und zu pflegen, wie auch die Ansiedlung neuer internationaler Betriebe.
Viele deutsche Mitbürger haben Angst vor Ausländern. Diese Angst rührt häufig aus Vorurteilen und Verallgemeinerungen. Sinn einer bürgernahenPolitik muss es sein, diese Ängste abzubauen. Solche Arbeit beginnt bereits im Kindergarten und muss sich durch das gesamte Leben ziehen.
Sport
Wenn wir hier in Eschweiler von Sport sprechen, geht es in erster Linie um Fußball und Leichtathletik. Doch gibt es auch in Eschweiler eine große Vielfalt im Sportbereich. Diese gilt es beizubehalten und zu fördern.
Wir wenden uns gegen unbezahlbare Versprechungen. Sportvereine müssen gefördert werden, so weit und so lange es geht. Sportarbeit ist Jugendarbeit, ist Sozialpolitik, integriert Menschen.
Der Zustand der Eschweiler Sportanlagen erfordert Investitionen in Erhaltung, Erweiterung und Neubau, aber alles nur, wenn entsprechende Finanzmittel zur Verfügung stehen.
Die FDP fordert stadtübergreifende Koordination bei der Vergabe von öffentlichen Mitteln, um Einsparungen erzielen zu können.
Keine Luxusinvestitionen sondern zielgerichtete Investitionen in den Sportbetrieb sind erforderlich, um in Zeiten knapper Kassen den Sportbetrieb aufrecht zu erhalten.
Erstrebenswert wäre es eine Abfrage der Bedürfnisse der Eschweiler Vereine zu erstellen, um den Bedarf auch langfristig ermitteln zu können. Eine solche Liste darf aber nicht für die Zukunft Änderungen und/oder Zusätze verwehren, noch darf sie als Reihenfolge der Investitionsmaßnahmen mißgedeutet werden.
Konkrete Maßnahmen sind: Förderung der Initiative von Vereinen, Sportfeste für die Allgemeinheit durchzuführen mit dem Ziel, wieder mehr Menschen für Sport zu begeistern. Hier sollte die Stadt aktiv mitwirken, was sich nicht nur in finanzieller Hinsicht darstellen sollte. Hier kann Eschweiler dann auch wieder in der StädteRegion Akzente setzen, und unseren Anspruch, sich im Wettbewerb um aktive Menschen zu positionieren, punkten.
Sponsorship durch Firmen und Privatpersonen sollte positiv gesehen werden und benannt sein – ein Tag des Sponsors sollte überlegt werden, Sponsoren werden in allen Bereichen immer wichtiger und müssen die Städte im finanziellen Bereich mehr und mehr entlasten.
Wir sind uns im Klaren, dass die jüngste Befürwortung eines Kunstrasenplatzes in Eschweiler Signalcharakter hat und Begehrlichkeiten weckt. Die FDP hat trotzdem und vor dem Hintergrund des Einzelfalles diese Entscheidung aktiv mit herbei geführt. Wir werden auch in Zukunft solche Anträge kritisch hinterfragen und positiv begleiten, wo sie uns als sinnvoll und zweckmäßig erscheinen. Dieses bezieht sich nicht nur auf den Fußball sondern alle Sportarten, wenn es neue oder andere Technologien gibt, die sich als zukunftsträchtig und finanziell sinnvoll darstellen.
Förderung nach dem Gießkannenprinzip halten wir für überholt, Förderung sollte hinterfragt und mittels Anträgen erfragt werden müssen. Hier kann dann auch eine sinnvollere Mittelvergabe erfolgen. Darin liegt somit auch eine Chance für kleinere Vereine und Randsportarten.
Vereinssport heißt für uns auch, Sozialverhalten und Fairness an Kids und Jugendliche überzubringen, was gerade in der heutigen Zeit aber auch in der Zukunft immer wichtiger wird. Sportliches Verhalten braucht nicht immer den Superbody – aber Fairness gehört dazu.
Die FDP gilt bei den Eschweilern Bürgern nicht als Spezialist für Kommunalpolitik, aber mit diesem Programm möchten wir SIE davon überzeugen, dass wir die Spezialisten haben, die man für eine moderne Stadt braucht.
Eschweiler ist unsere Heimat, und dass sie es auch eigenständig und mit gestalterischen Möglichkeiten dieses bleibt, dafür setzen wir uns ein.

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FDP
Stark vor Ort.
» Wahlprogramm der FDP Eschweiler 2009 (PDF-Datei, 82,2 KB)





