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24. Mai 2019

Politiker von SPD und FDP überzeugen die Schüler

Zumindest am Berufskolleg. Vertreter von sechs Parteien bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Europa vertreten.

Podiumsdiskussion am Berufskolleg zu Europa und EU
Vertreter aus sechs Parteien diskutierten mit Schülern des Berufskollegs über Europa. Foto: Oliver Volland

Eschweiler. Am Ende hatte SPD-Kandidat Arndt Kohn die Nase vorne. Er überzeugte die Schüler des Berufskollegs mit seinen Ausführungen. Vertreter von insgesamt sechs Parteien standen den Schülern kurz vor der Europawahl an diesem Sonntag Rede und Antwort.

Dabei entstanden einige interessante Diskussionen – und längst nicht jeder junge Erwachsene gab sich mit den Antworten der Politiker zufrieden.

Mit von der Partie waren Sabine Verheyen (CDU), Arndt Kohn (SPD), Daniel Freund (Bündnis 90/Die Grünen), Andrej Hunko (Die Linke), Dr. Werner Pfeil (FDP) und Matthias Achilles (Piratenpartei). Ursprünglich hatte auch die AfD ihre Teilnahme zugesagt. Allerdings tauchte bei der Veranstaltung selbst niemand von der selbsternannten Alternative auf.

Gelbe und rote Karten

Die Regeln: Jeder Teilnehmer hatte für die Beantwortung der Fragen genau eine Minute Zeit. Bei einer Zeitüberschreitung drohte die gelbe und im schlimmsten Fall sogar die rote Karte. Soweit kam es an diesem Vormittag allerdings nicht.

Bevor es ans Eingemachte ging, waren die Schüler erst einmal gefordert. Sie hatten die Möglichkeit, an einer kleinen Abstimmung teilzunehmen. Mit dem Smartphone gaben sie auf einer Internetseite einen Code ein und gelangten so zu einer Umfrage. Den beiden Statements „Ich interessiere mich für die Europapolitik“ und „Die EU hat in meinem Leben eine große Bedeutung“ stimmten nahezu alle Teilnehmer vollkommen zu. Ein wenig anders sah es aus, als es um die Parteien ging. „Mit den Parteien der Europawahl bin ich vertraut“ lautete der Satz, zu dem die Schüler ihre Meinung kundtun sollten. Noch nicht einmal die Hälfte des gut gefüllten Pädagogischen Zentrums konnte dieser Aussage zustimmen. Eigentlich perfekte Voraussetzungen für die Kandidaten, die jungen Erwachsenen über sich und ihre Themenschwerpunkte aufzuklären.

Der erste Themenblock stand unter dem Titel „Europa und ich“. „Was macht Europa für mich?“, wollte Moderatorin Sonja Essers, Redakteurin dieser Zeitung, von den Kandidaten wissen. Ein weiteres Thema, das die Schüler beschäftigte: das Wahlrecht ab 16. Nahezu politischer Konsens herrschte darüber, dass man den Jugendlichen die Teilnahme an der Wahl ab 16 Jahren ermöglichen soll. Lediglich Sabine Verheyen war anderer Meinung. Sie führte an, dass mit dem Wahlrecht nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten einhergehen würden.

Verbindliche Bürgerentscheide?

Knackige Antworten gab es auch auf die Fragen, ob man in Zukunft EU-weite verbindliche Bürgerentscheide einführen sollte und was die EU gegen die Jugendarbeitslosigkeit unternehmen will. Zum Ende der ersten Runde hatten sich die Schüler dann noch eine Besonderheit überlegt: Sie hatten rote und grüne Karten vorbereitet, die die Kandidaten und die jungen Erwachsenen bei den folgenden Ja- und Nein-Fragen entsprechend nutzen konnten. Nahezu alle Anwesenden waren sich einig, dass Deutschland nicht aus der Europäischen Union austreten soll. Geteilter Meinung war man hingegen bei der Frage, ob die EU zur Bekämpfung von Kriminalität Zugriff auf die Daten der Bürger in den sozialen Netzwerken erhalten soll. Dafür war die Mehrheit indes, dass sich die EU dafür einsetzen soll, dass in allen Mitgliedsstaaten die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt werden soll.

In der zweiten Diskussionsrunde stand das Thema Umwelt im Mittelpunkt. Die Kandidaten beantworteten fragen wie: Sollen Plastikverpackungen in allen EU-Mitgliedsstaaten besteuert werden? Und sollen in den EU-Staaten auch weiterhin Atomkraftwerke betrieben werden dürfen?

Bevor die Schüler selbst Fragen stellen konnten, wurde noch einmal abgestimmt: Welcher Kandidat hatte die jungen Erwachsenen von sich überzeugt? Arndt Kohn (SPD) setzte sich schließlich mit 30 von insgesamt 82 abgegebenen Stimmen durch, dahinter landete Dr. Werner Pfeil (FDP) mit 19 Stimmen. Daniel Freund (Grüne) und Matthias Achilles (Piraten) sicherten sich beide 13 Stimmen, Sabine Verheyen (CDU) erhielt 5 und Andrej Hunko (Linke) insgesamt zwei Stimmen.

Eschweiler Zeitung, 24.05.2019


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