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Liberaler Grundgeist wird zu politischer Arbeit

04. April 2021

Ulrich Göbbels prägt die FDP in Eschweiler und der Region seit Jahrzehnten. Vor einigen Tagen vollendete er sein 70. Lebensjahr.

Ulrich Göbbels
Prägender Kopf der Liberalen in Eschweiler und der Region: Stadt- und Regionalratsmitglied Ulrich Göbbels. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Ulrich Göbbels prägt die FDP in Eschweiler und der Region seit Jahrzehnten. Vor einigen Tagen vollendete er sein 70. Lebensjahr. Noch zwei Jahre im Stadtrat, dann möchte er Platz für Jüngere machen. Die Arbeit im Regionalrat soll fortgesetzt werden.

Unbestritten ist, sowohl bei Parteikollegen als auch der Konkurrenz, dass Ulrich Göbbels seit Jahrzehnten zu den prägendsten Köpfen der FDP in Eschweiler und der gesamten Region zählt. „Man muss arbeiten, lesen, recherchieren, sich kümmern, um sein Mandat mit Sachverstand ausüben zu können“, lautet sein Credo. „Und ich bin überzeugt, dass auch die anderen wissen, dass ich dies tue“, sieht er mit gesundem Selbstbewusstsein auf sein Wirken. In der vergangenen Woche vollendete Ulrich Göbbels sein 70. Lebensjahr.

Politisch aktiv bleiben möchte der gebürtige Dürwisser auch in seinem achten Lebensjahrzehnt. In Teilbereichen plant er aber, Jüngeren Platz zu machen. „Ich beabsichtige, in zwei Jahren aus dem Stadtrat auszuscheiden. Zu diesem Zeitpunkt wird die Fraktion gelernt haben, zu laufen. Und auch der Fraktionsvorsitzende Stefan Schulze hat dann zwei Jahre Erfahrung gesammelt. Meinen Platz im Stadtrat wird Stefan Steins einnehmen“, lässt Ulrich Göbbels wissen.

Selbstverständlich wolle er auf kommunaler Ebene weiterhin beratend tätig sein und auch im Ortsverband nach Kräften mitarbeiten. Fortsetzen möchte der zweifache Vater seine Aktivitäten im Regionalrat des Regierungsbezirks Köln, in dem er unter anderem Mitglied im Braunkohlenausschuss sowie der neuen Kommission „Rheinisches Revier“ ist.

Doch wie fand Ulrich Göbbels eigentlich den Weg in die Freie Demokratische Partei? „Mein Großvater väterlicherseits war Mitgründer der SPD in Dürwiß“, merkt der Liberale selbst schmunzelnd an. Nun, ein liberaler „Grundgeist“ sei in seinen Gedanken immer fest verankert gewesen. Und dann war die damalige Partnerin von Ulrich Göbbels die Tochter des FDP-Politikers Peter Kreutz aus Würselen, der in den 70er-Jahren das Amt des stellvertretenden Landrats bekleidete. „Zuvor schon politisch interessiert, bin ich durch ihn in die aktive Politik geraten“, erinnert sich der Oberstudienrat, der im Jahr 1975 in Würselen für den Kreistag kandidierte. „Zum einzigen Mal. Danach habe ich immer in Eschweiler kandidiert.“

Doch bis Ende der 90er Jahre blieb den indestädtischen Liberalen der Einzug in den Stadtrat verwehrt. Dann fiel im Vorfeld der Kommunalwahl 1999 die Fünf-Prozent-Hürde. Eine Nachricht, die einen Eschweiler Liberalen besonders elektrisierte: „Ich befand mich mit meiner Frau in der Normandie, als mich der Anruf von Konstantin Theuer erreichte, der mir erklärte, ich müsse unverzüglich die Heimreise antreten, damit wir Kandidaten aufstellen könnten“, blickt Ulrich Göbbels zurück. Konstantin Theuer vertrat die FDP dann in der Legislaturperiode 1999 bis 2004 als Einzelratsherr, bevor die FDP bei der Wahl 2004 mit drei Mandaten, darunter Ulrich Göbbels, den Fraktionsstatus erreichte.

Jahrzehntelange Weggefährten

Apropos Konstantin Theuer: „Mit ihm verband mich unzweifelhaft ein ganz besonderes Verhältnis“, berichtet der nun 70-Jährige. Keines, das dazu geführt hätte, gemeinsam ein Bier trinken zu gehen. Aber ein ganz enges Arbeitsverhältnis mit mindestens einem täglichen Telefonat. „Ich war auch der letzte Mensch, der mit ihm Kontakt hatte. Wir haben abends um 23 Uhr telefoniert, am nächsten Morgen um sieben Uhr war er tot“, muss Ulrich Göbbels beim Gedanken an den 7. Januar 2020 und seinen jahrzehntelangen Weggefährten schlucken.

Vielleicht auch, weil dieser Verlust in gewisser Weise auch eine Zeitenwende im Eschweiler Stadtrat einleitete. Nach der Kommunalwahl im September 2013 hat sich der Stadtrat mit dem Einzug der BASIS und der AfD verändert. „Auch, was den Umgangston angeht“, so Ulrich Göbbels. Die Corona-Pandemie, die die Kommunikation während und nicht zuletzt in den Pausen der Sitzungen enorm erschwere, tue ihr übriges.

Den Haushalt „enkelfit“ gestalten

Was die aktuelle Kommunalpolitik angeht, treibt Ulrich Göbbels natürlich das Rathausquartier um. Aber ebenso (und wenig überraschend) der Haushalt. „Ich bin für sparsame Ansätze, damit wir ‚enkelfit’ werden“, benutzt er eine Wort-Eigenkreation, um auf die Situation der kommenden Generationen hinzuweisen. Er befürchtet nämlich, dass diese kaum noch Gestaltungsspielräume haben werden, „weil wir alles verballern“.

Investitionen seien grundsätzlich zu befürworten, aber erst einmal müssten Mittel vorhanden sein, bevor man sie ausgebe. Differenzierter sei die Situation beim Rathausquartier. „Ich bin nur dafür, weiterzumachen, wenn zuvor ein städtebaulicher Vertrag, der die Leitplanken festsetzt und der Stadt Mitspracherecht verschafft, abgeschlossen wird.“ Als Liberaler sei er für private Investitionen. Doch das Rathausquartier sei derart exponiert gelegen, dass nicht alles in die Hände der Investoren gelegt werden könne.

So bleibt Ulrich Göbbels, der betont, von seiner Frau Dagmar seit 40 Jahren tatkräftigst unterstützt zu werden und auch immer auf Rat und Tat von Tochter und Sohn bauen zu können, auch im Gespräch in Sachen Tagespolitik enorm engagiert. Und dies soll sich fortsetzen. Mit und ohne Mandat. Kommunal und Regional.

Die Vita von Ulrich Göbbels

Der Diplomingenieur wurde am 25. März 1951 in Dürwiß geboren. Er ist verheiratet mit Dagmar Göbbels, die ebenfalls politisch aktiv ist, und Vater einer Tochter sowie eines Sohnes. Beruflich war Ulrich Göbbels bis 2014 als Oberstudienrat am Berufskolleg in Alsdorf tätig. Im Jahr 1974 trat der damals 23-Jährige in die FDP ein und wurde bereits ein Jahr später Kreisvorsitzender der Jungdemokraten, der damaligen FDP-Nachwuchsorganisation.

Seit März 1975 Mitglied des Kreisvorstands, wurde er im März 1976 zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden Aachen-Land gewählt. Ab September 1981 leitete er den KV kommissarisch, bevor er von Februar 1982 bis Februar 1995 das Amt des Kreisvorsitzenden innehatte. Der Rücktritt erfolgte damals aus gesundheitlichen Gründen.

Von 1996 bis 2014 fungierte er als Vorsitzender des FDP-Stadtverbands Eschweiler, bis dato ist er stellvertretender Vorsitzender, ein Amt, das er bereits zwischen 1980 und 1996 ausübte. Seit 39 Jahren ist Ulrich Göbbels Delegierter zum Kreishauptausschuss, seit 35 Jahren Delegierter oder Ersatzdelegierter zum Bezirks- und Landesparteitag, sowie teilweise zum Bundes- und Landeshauptausschuss.

Zur Kommunalwahl 1975 kandidierte der Indestädter für den Kreistag sowie den Eschweiler Stadtrat, desen Mitglied er seit 2004 ist. Er war unter anderem Mitglied der Arbeitsgruppe „Kommunalpolitik und Ratsarbeit in Eschweiler“, stellvertretender Sprecher des interfraktionellen Arbeitskreises „Inde“ sowie Mitglied des Satzungskonvents der Städteregion Aachen. Von 2009 bis 2020 führte er die FDP-Stadtratsfraktion als Vorsitzender an, aktuell ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Seit 2010 ist Ulrich Göbbels darüber hinaus Mitglied des Regionalrates des Regierungsbezirks Köln und vertritt die FDP dabei unter anderem im Braunkohlen- und Verkehrsausschuss.

von Andreas Röchter
Eschweiler Zeitung, 3. April 2021

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