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Nach Antrag der FDP Eschweiler: Initiative für Privatschule wirft Fragen auf

20. Oktober 2021

Die Diskussion über Ersatzschule ist in vollem Gange. Zweite Realschule in privaten Händen?

Freie Aktive Schulen Aachen
Wird es in Zukunft eine zweite Realschule in Eschweiler geben? Der Verein „Freie Aktive Schulen Aachen“ hat offenbar Interesse, eine solche als privater Verein zu betreiben. Foto: Manfred Jahreis / pixelio.de

Eschweiler. Es herrscht Ruhe in den Schulen, schließlich sind derzeit Herbstferien. Außerhalb aber ist mächtig was los: Die Grundsatzdiskussion über eine private Ersatzschule ist in vollem Gange.

Es wird wohl an den Herbstferien liegen, dass in diesen Tagen so viele Menschen zumindest offiziell nicht über Schule reden möchten oder schlichtweg nicht zu erreichen sind. Dabei gibt es reichlich Gesprächsstoff, seitdem die FDP-Fraktion angekündigt und auch bei Bürgermeisterin Nadine Leonhardt (SPD) beantragt hat, dass in der nächsten Sitzung des Schulausschusses am 17. November über die Gründung einer privaten Ersatzschule in Eschweiler gesprochen werden soll.

Konkret geht es um die „Freie Aktive Schule Aachen“ des gleichnamigen Vereins (Fasa). Dieser soll, so heißt es in dem Antrag der Liberalen, der Politik im Ausschuss sein alternatives Schulkonzept vorstellen. Stefan Schulze sieht in dem Angebot eine „hervorragende Ergänzung und Bereicherung der bestehenden Schullandschaft in Eschweiler“. Das hat der Vorsitzende der FDP-Fraktion am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt.

„Vor etwa neun Monaten gab es einen ersten Kontakt mit dem Verein. Unsere schulpolitische Sprecherin Dagmar Göbbels hat sich anschließend mit einer der Initiatorinnen getroffen“, berichtet Schulze. Das Gespräch sei gut und interessant gewesen. „Und wir haben den Eindruck, dass die Planungen schon relativ weit fortgeschritten sind. Da lag es für uns nahe zu beantragen, dass diese im Schulausschuss vorgestellt werden.“ Grundsätzlich stehe die FDP für ein breit gefächertes Bildungsangebot. „Dazu könnte eine private Ersatzschule in Eschweiler gut passen“, findet Stefan Schulze, ohne sich aber, wie er betont, bereits festlegen zu wollen. „Denn auch wir haben noch Informationsbedarf.“

Wie weit und wie konkret die Planungen des Vereins tatsächlich sind, bleibt derweil zumindest vorerst offen. Die auf der Homepage angegebene Adresse liegt in Würselen, die Telefonnummer wiederum hat eine Aachener Vorwahl. Erreichbar war allerdings trotz mehrfacher Versuche unserer Redaktion bis dato kein Verantwortlicher. Eine Antwort gab es lediglich über das Online-Kontaktformular. In dieser wurde jedoch darauf verwiesen, dass ein persönlicher beziehungsweise fernmündlicher Austausch derzeit schwierig sei.

Dass es der Verein mit einer Ansiedlung in Eschweiler ernst meint, lässt zumindest die Homepage vermuten. Dort ist auf einer Landkarte ein Standort in der Nähe der Südstraße markiert. Ob es sich dabei um eine grobe Zuordnung oder ein konkretes Grundstück oder Gebäude handelt, wird indes nicht näher erläutert.

Ausführlich erläutert werden hingegen auf der Internetseite die Ziele des Vereins. Dort heißt es unter anderem, dass Kinder sich aufgrund des Wandels der Gesellschaft „entwurzelt und identitätslos“ fühlen und die „Freie Aktive Schule“ darauf abziele, dass Eltern und Erwachsene Kindern „die Möglichkeit bieten, dass sie zu selbstständigen, eigenverantwortlichen und mit sozialer Kompetenz ausgestatteten Menschen heranwachsen“. Kinder und Jugendliche müssten sich „den Herausforderungen in Privat- und Berufsleben auf eine kreative Art und Weise stellen können“.

Zum pädagogischen Konzept heißt es in der virtuellen Präsentation: „Die Basis fußt auf dem bewährten Ansatz von Maria Montessori und ist ergänzt um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus der modernen Neurowissenschaft sowie der praktischen pädagogischen Arbeit von Rebeca und Mauricio Wild.“

Nichtdirektive Erziehung

Rebeca Wild lebte seit 1961 und bis zu ihrem Tod im Jahr 2015 in Ecuador und gründete dort eine Grundschule (1980) und eine Sekundarschule (1986) — jeweils nach dem Prinzip der sogenannten nichtdirektiven Erziehung. Was das bedeutet, ist beispielsweise auf der Homepage der „Freien Aktiven Schule“ in Stuttgart zu lesen: „Kinder dürfen in dieser Ideologie das Lernen aus sich heraus entwickeln und im lebendigen Austausch mit der Umgebung reifen lassen. Eine vergleichende Bewertung in Form von Ziffernzeugnissen wird durch Entwicklungsberichte abgelöst.“

In Eschweiler möchte der Verein „Freie Aktive Schulen Aachen“ eine Grundschule und eine Realschule eröffnen. Das Startdatum auf der Homepage ist mittlerweile geändert worden. War dieses bis vor kurzem noch für den 18. August und somit zum Beginn des laufenden Schuljahres angekündigt worden, wird das Ziel nunmehr mit „Frühjahr 2022“ benannt.

Die Stadt Eschweiler gibt sich diesbezüglich zurückhaltend: „Uns ist eine private Elterninitiative bekannt, die Bestrebungen hat, eine „Freie Aktive Schule“ in Eschweiler zu initiieren“, bestätigt Pressesprecher René Costantini. „Der Antrag der FDP-Stadtratsfraktion wird derzeit erarbeitet und eine Behandlung im nächsten Schulausschuss geprüft.“

Sollten sich die Pläne tatsächlich konkretisieren, käme neben der Stadt auch die Bezirksregierung Köln ins Spiel. Sie ist für die Beratung und Beantragung zuständig und entscheidet letztlich auch über die Gründung einer Privatschule.

von Michael Grobusch
Eschweiler Zeitung, 19.10.2021

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