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Bushof-Brücke: Ideologie darf nicht wichtiger sein als ein funktionierender Verkehr

22. Juli 2026

FDP Eschweiler kritisiert den geplanten Fahrstreifenabbau auf der Langwahnbrücke und fordert eine leistungsfähige Lösung für alle Verkehrsteilnehmer

Bushof-Brücke
Die Langwahnbrücke in Eschweiler am 15. Juli 2021 – wenige Stunden nach der Hochwasserkatastrophe, bei der das Bauwerk schwer beschädigt wurde. Die Sanierung soll in Kürze beginnen. Foto: FDP Eschweiler.

Eschweiler. Die geplante Umgestaltung der Langwahnbrücke wirft aus Sicht der FDP Eschweiler erhebliche Fragen auf. Während die Sanierung der maroden Brücke selbstverständlich notwendig ist, halten wir die vorgesehene Reduzierung der Fahrstreifen zugunsten neuer Radverkehrsanlagen für einen schwerwiegenden verkehrspolitischen Fehler.

Die Indestraße ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen unserer Stadt. Tag für Tag nutzen tausende Pendler, Berufstätige, Lieferverkehre sowie Besucher diese Verbindung. Bereits heute kommt es insbesondere im Berufsverkehr regelmäßig zu erheblichen Rückstaus. Besonders kritisch ist dabei die Linksabbiegespur in Richtung Dürwiß. Nicht selten reicht der Rückstau bis in den Kreuzungsbereich hinein und beeinträchtigt den gesamten Verkehrsfluss.

Beim Bushof handelt es sich bereits heute um einen der unübersichtlichsten und konfliktträchtigsten Verkehrsknotenpunkte Eschweilers. Auf engem Raum treffen Autos, Busse, Radfahrer und Fußgänger aufeinander. Gleichzeitig müssen Busse die vorgesehene Radverkehrsführung queren, um den Bushof anzufahren. Durch zusätzliche Abbiege-, Querungs- und Einfädelvorgänge drohen neue Konfliktpunkte an einer Stelle, die schon heute von vielen Verkehrsteilnehmern als unübersichtlich wahrgenommen wird.

Vor diesem Hintergrund erscheint es uns kaum nachvollziehbar, ausgerechnet an diesem sensiblen Verkehrsknotenpunkt Fahrbahnkapazitäten zu reduzieren. Zwar verweist die StädteRegion auf eine optimierte Ampelsteuerung und kommt zu dem Ergebnis, dass die Leistungsfähigkeit erhalten bleiben könne. Gleichzeitig bewertet jedoch auch die Stadt Eschweiler diese Einschätzung deutlich kritischer und sieht die Gefahr eines Verkehrskollapses.

Die Stadt Eschweiler hat deshalb vorgeschlagen, den Radverkehr alternativ über das kleinere Brückenbauwerk, die Kochsgasse und die Englerthstraße in Richtung Langwahn zu führen. Dadurch könnten Radfahrer von der stark frequentierten Hauptbrücke und aus dem besonders intensiv befahrenen Bereich am Bushof herausgehalten werden. Die FDP Eschweiler begrüßt diese Lösung ausdrücklich.

Besonders kritisch sehen wir den Umstand, dass die politischen Vertreter der Stadt nach eigener Einschätzung nicht ausreichend in den bisherigen Planungsprozess eingebunden wurden und die fertige Planung lediglich zur Kenntnis nehmen sollten. Bei einer Maßnahme mit dauerhaften Auswirkungen auf den Verkehr, den Bushof, die Innenstadt und die Erreichbarkeit des Krankenhauses reicht eine nachträgliche Information nicht aus.

Wir fordern deshalb eine transparente Offenlegung der zugrunde liegenden Verkehrsberechnungen, der erwarteten Rückstaulängen und der geplanten Ampelschaltungen. Ebenso muss untersucht werden, welche zusätzlichen Gefahren durch die Querung der Radverkehrsführung durch ein- und ausfahrende Busse entstehen.

Die FDP Eschweiler steht ausdrücklich zu einer sicheren Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer. Gute Radwege sind sinnvoll – allerdings dort, wo sie den Verkehrsfluss insgesamt verbessern und nicht dort, wo sie bestehende Engpässe weiter verschärfen.

Verkehrspolitik muss sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientieren und nicht an symbolischen Projekten. Gerade auf einer der wichtigsten Hauptverkehrsachsen unserer Stadt muss die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes oberste Priorität besitzen. Ein künstlich geschaffener Engpass würde nicht nur Autofahrer treffen, sondern auch Busverkehr, Wirtschaftsverkehr, Handwerksbetriebe sowie Rettungsdienste, die trotz bestehender Sonderregelungen auf einen möglichst störungsfreien Verkehrsablauf angewiesen sind.

Wir stehen für eine Verkehrspolitik, die Auto, Bus, Fahrrad und Fußverkehr nicht gegeneinander ausspielt. Eine ideologisch geprägte Verkehrspolitik hilft niemandem. Eschweiler braucht vernünftige Lösungen – für alle Verkehrsteilnehmer.

Stadtverband der FDP Eschweiler

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