Solarenergie ja, aber mit Augenmaß
05. August 2026
Die FDP Eschweiler spricht sich für erneuerbare Energien aus, fordert jedoch eine ergebnisoffene Prüfung von Agri-PV, Speicherlösungen und Photovoltaik auf Dächern sowie Parkplätzen.

Bild: FDP Eschweiler / KI-generiert
Pressemitteilung des Stadtverbandes der FDP Eschweiler:
Eschweiler. FDP Eschweiler fordert beim geplanten Solarpark auf der „Kippe“ einen ehrlichen Vergleich der Alternativen.
Die Pläne von STAWAG und RWE, auf der Halde Distelrath in Eschweiler-Ost eine rund 28 Hektar große Photovoltaikanlage zu errichten, können ein wichtiger Baustein für die Energieversorgung der Zukunft sein. Nach den bisherigen Planungen soll die Anlage rund 32 Megawatt leisten und rechnerisch Strom für etwa 9.100 Haushalte erzeugen.
Für die FDP Eschweiler ist klar: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist richtig und wichtig. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung sollte aber sorgfältig geprüft werden, welche Lösung für Eschweiler langfristig die beste ist. „Wir brauchen mehr erneuerbare Energien. Aber wir sollten nicht den Fehler machen, jede freie Fläche automatisch mit Solarmodulen zu belegen. Gute Energiepolitik bedeutet, verschiedene Möglichkeiten vernünftig gegeneinander abzuwägen und die beste Lösung zu wählen“, sagt André Köbernik, Beisitzer im Vorstand der FDP Eschweiler.
Die Fläche auf der Kippe ist zwar eine ehemalige Abraumhalde, wird heute aber landwirtschaftlich genutzt. Deshalb sollte transparent dargestellt werden, welche Bedeutung diese Flächen heute noch für die Landwirtschaft haben.
Bevor sie vollständig aus der Nutzung genommen werden, sollte geprüft werden, ob eine Agri-PV-Anlage möglich ist. So könnten Landwirtschaft und Stromerzeugung miteinander verbunden werden.
Ebenso wichtig ist aus Sicht der FDP die Frage, welche Auswirkungen das Projekt auf Spazierwege, das Landschaftsbild und die Aufenthaltsqualität hat.
Die Bürger sollten frühzeitig sehen können, wie die Anlage später tatsächlich aussehen wird und welche Wege dauerhaft erhalten bleiben. Auch beim Thema Stromspeicher sieht die FDP noch Klärungsbedarf. Zwar geht erzeugter Solarstrom ohne Batteriespeicher nicht automatisch verloren, moderne Speicher können das Stromnetz jedoch entlasten, Erzeugungsspitzen auffangen und Solarstrom auch dann nutzbar machen, wenn die Sonne gerade nicht scheint.
„Wenn wir schon ein Projekt dieser Größenordnung planen, sollten wir von Anfang an mitdenken, wie der erzeugte Strom möglichst effizient genutzt werden kann. Deshalb erwarten wir auch eine transparente Prüfung, ob ein Batteriespeicher an diesem Standort sinnvoll ist“, so Köbernik.
Gleichzeitig sollte die Stadt stärker auf bereits versiegelte Flächen schauen.
Große Parkplätze sowie geeignete öffentliche und gewerbliche Dächer bieten ebenfalls erhebliches Potenzial für Photovoltaik. Überdachte Parkplätze erzeugen nicht nur Strom, sondern schützen Fahrzeuge zusätzlich vor Hitze und Witterung und können später problemlos mit Ladeinfrastruktur kombiniert werden.
Deshalb fordert die FDP Eschweiler eine Übersicht darüber, welche Potenziale auf Dächern und bestehenden Parkplätzen noch ungenutzt sind und warum diese Flächen nicht oder nur teilweise genutzt werden können. Ebenso wichtig ist die Frage, welchen konkreten Nutzen Eschweiler langfristig von dem Projekt hat.
„Wir lehnen den Solarpark nicht grundsätzlich ab. Aber bei einem Projekt dieser Größe erwarten wir eine offene Prüfung aller sinnvollen Alternativen. Wer die Energiewende erfolgreich gestalten will, muss ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen zusammenbringen. Genau dafür stehen wir als Freie Demokraten“, so Köbernik abschließend.
Stadtverband der FDP Eschweiler


